Zum Saisonstart: Interview mit Headcoach Simon Bauer

Hallo Simon! Danke dass du dir Zeit für dieses Interview nimmst. Man mag es kaum glauben, aber es soll Leute geben, die dich noch nicht kennen. Beschreibe dich und deinen basketballerischen Werdegang doch bitte in wenigen Sätzen.

Im zarten Alter von 6 Jahren habe ich mit dem Basketball angefangen im damaligen Regionalligaverein Wittlicher TV. Seit 10 Jahren bin ich auch als Trainer aktiv und habe seitdem im Grunde alle Altersklassen betreut, seit 4 Jahren auch im ASC Mainz. Highlights waren sicherlich die Regionalligameisterschaft mit der 1995er U14 des ASC, das Lehrjahr als Co-Trainer in der NBBL 2010 und das Bundesfinale „Jugend trainiert für Olympia“ 2009 mit dem Theresianum. Im letzten Jahr konnte ich die B-Trainerausbildung des DBB abschließen. Wenn ich mal nicht in der Halle bin, studiere ich Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre an der Uni Mainz.

Herzlichen Glückwunsch zur bestandenen JBBL-Qualifikation! Wie setzt sich dein Team zusammen und warum hat es ausgerechnet dieses Jahr geklappt, nachdem die SG RheinHessen in den letzten beiden Jahren gescheitert ist?

Vielen Dank! Das Entscheidende war die frühzeitige Vorbereitung. Die meisten der 17 Spieler habe ich seit letztem August im Mannschafts- oder Individualtraining betreut, außerdem konnten wir dank des Basketballverbands Rheinhessen an einer Seniorenrunde teilnehmen. Wir haben das gemeinsame JBBL-Training über die Saison immer weiter ausgebaut, alles ausgerichtet auf die Qualifikation Ende Juni. Da ist ein richtiges Team entstanden, mit dem man super arbeiten kann. Ich danke den Vorständen für das Vertrauen, nur selten erhält man die Gelegenheit da konzeptionell richtig was aufzubauen.

Was genau ist denn die JBBL und nach welchem System läuft die Saison?

48 Mannschaften aus ganz Deutschland stellen sich der höchsten Jugendliga in der U16. Das Ziel ist, regional Talente zu bündeln, damit die besten eines Jahrgangs nicht nur über Auswahlkader mit gelegentlichen Lehrgängen sondern kontinuierlich auf höchstem Level gefordert werden. Zunächst spielt man eine Regionalrunde mit 10 Spielen, anschließend geht es entweder mit der Hauptrunde oder mit der Relegationsrunde weiter. Zur Hälfte der Saison weiß man also ob man um die Playoffs oder gegen den Abstieg spielt. Am Ende der Saison gibt es ein Top 4-Turnier, wo die besten Teams der JBBL die deutsche Meisterschaft ausspielen…

Welcher Bedeutung misst du der Existenz einer JBBL Mannschaft für die Vereine und für die Region bei?

Die JBBL ist eine richtige Talentschmiede: Durch die frühen Reize auf höchstem sportlichen Niveau können wir Spieler ausbilden, die in ein paar Jahren die Chance haben bei den 1. Herren zu spielen. Der BC Wiesbaden und der ASC können da nur profitieren und die ganze Basketballregion kann sich auf höchst ambitionierten Jugendbasketball mit vielen knappen und hart erkämpften Ergebnissen freuen.

Wie läuft die Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner von der hessischen Rheinseite, dem BC Wiesbaden?

Der 1997er Jahrgang in Wiesbaden ist außerordentlich stark, ich bin froh, dass auch von Wiesbadener Seite viel Unterstützung kommt. Gemeinsam kann man nur gewinnen! Ein netter Nebeneffekt: mittlerweile kenne ich jede Radarfalle, die zwischen dem Theresianum und der Wiesbadener Halle, dem Camp Lindsay, aufgestellt wurde… 😉

Mit welchem Ziel gehst du in die Saison und wie stark schätzt du die Vorrundengruppe ein?

Ich erwarte eine sehr attraktive Gruppe: Angefangen vom potenziellen Top4-Kandidaten des TV Langen, über einige Lokalderbys mit Frankfurt und Hanau, bis hin zum Bundesligaunterbau der TBB Trier haben wir eine sehr abwechslungsreiche Gruppe vor uns. Wir als Neulinge müssen uns natürlich erst mal behaupten, jedoch bin ich zuversichtlich, dass wir unseren Platz in der JBBL dauerhaft etablieren können.

Welche Rolle sollen die ASCler Albrecht Freyer, Leon Hossain und Lars Schlenger in der kommenden Saison spielen.

Die drei haben im letzten halben Jahr eine enorme Entwicklung hingelegt. In Düsseldorf waren Albrecht und Leon tragende Säulen in meiner Rotation und haben mit unheimlicher Konstanz ihre Leistung abgerufen. Lars hat beim Turnier leider einen Bänderriss erlitten, ist aber auf dem Weg der Besserung und wird angreifen. Ich freue mich schon darauf, im Laufe der Saison auch die vielversprechenden ASC-Talente des Jahrgangs 1998 einzubauen.

Wie sehen jetzt die nächsten Wochen für dein Team aus und welcher Trainingsumfang ist geplant?

Die Saison beginnt erst nach den Herbstferien, wir haben nach ein paar Wochen Urlaub am 27.7. mit dem Athletiktraining angefangen und werden dann regulär dreimal pro Woche mit der Mannschaft arbeiten. Zusätzlich werden mein Assistent Coach Günter Steppich und ich Sondereinheiten anbieten, zum Beispiel positionsspezifisches Individualtraining. Da freue ich mich schon auf Gastspiele einiger Herrenspieler des ASC, die für meine Jungs als Regionalligaspieler Vorbilder sein können und ihre Erfahrung einbringen werden.